Im vorigen Beitrag sind wir etwas auf die Heilpflanzen eingegangen. Heute wollen wir uns mit einem anderen Thema, der klassischen Homöopathie beschäftigen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß

Heilpflanze Lavendel

Die „Kunst“, Symptome zu missachten

Wenn zum Beispiel in Ihrem Auto die Warnleuchte für Ölmangel blinkt – was tun Sie da? Sie werden wohl das Öl nachfüllen und nicht die Warnleuchte austauschen oder beseitigen. Wenn nach kurzer Zeit wieder die Lampe blinkt, werden Sie in der Werkstatt die Ursache des zu vielen Ölverbrauchs klären lassen. Oft herrscht bei uns jedoch die prinzipielle Tendenz, lieber die Warnleuchte zu beseitigen, oder einen Lappen darüber zu legen, damit man ihr Blinken nicht mehr sieht. Manchmal wird auch die Stromzufuhr zur Warnleuchte unterbrochen.

Das Blinken der Warnleuchte ist das Anzeichen, dass etwas nicht stimmt. Beim menschlichen Körper ist dieses Warnende das Krankheitssymptom. Um auf menschlichere Weise heilen zu können, muss man natürlich wissen, was das Warnsignal, das sich zeigt, bedeutet und auf welche ihm zugrunde liegenden Ursachen es hinweist. Andernfalls bleibt es als Symptom isoliert. Doch für diese Ursachenforschung braucht der professionelle Behandler außer Interesse auch sehr viel Zeit.

Die Homöopathie geht davon aus, dass nicht die Symptome die zu bekämpfende Krankheit sind, sondern dass diese nur Zeichen der Auseinandersetzung, also Störungsanzeichen sind. Die Reaktionen auf die Störungsursachen deuten auf aktive, selbständige Regulierungsvorgänge im Organismus hin, so ist z.B. Fieber eine Maßnahme des körpereigenen Immunsystems, Viren durch die erhöhte Körpertemperatur zu verbrennen. Zu schnell fiebersenkende Mittel einzusetzen, bedeutet oft Sabotage an der eigenen Körperabwehr.

Homöopathie sucht den Grund der Erkrankung im Gesamtkomplex Mensch

Homöopathie hat nichts mit Unterdrückung einzelner Symptome zu tun, nichts mit Verdrängung oder Betäubung, nichts mit künstlicher Normalisierung und Gegensteuerung durch meist nur vorübergehend wirkende starke Medikamente, sondern sie sucht den Grund der Erkrankung im Gesamtkomplex Mensch, in dessen körperlicher und seelischer Ganzheit.

Im Anamnesegespräch, d.h. der Aufnahme aller Symptome und Beschwerden, versucht der Therapeut sich ein Gesamtbild der Beschwerden des Patienten zu machen. Hierbei wird der Patient in seiner Gesamtheit wahrgenommen. Nach Untersuchung des Patienten und dem Anamnesegespräch, welches bis zu 2 Stunden dauern kann, führt der Behandler die sogenannte Repertorisation durch. Dies ist das Studium der homöopathischen Fachliteratur, um das „Simile“ = „das ähnlichste Arzneimittel“, zu finden.

Ist das richtige Arzneimittel gefunden, so kann die Wirkung indirekt einsetzen, d.h. der über das Mittel gegebene Impuls kann wie eine Information für das Gehirn sein, welches daraufhin die Selbstheilungskräfte des Organismus mobilisieren soll.

Arzneimittel

Klassische Homöopathie und Konstitutionsbehandlung

Als Konstitution, bezeichnen homöopathisch arbeitende Ärzte oder Heilpraktiker, die Summe der körperlichen und psychischen Eigenschaften eines Menschen, und zwar im gesunden Zustand.

Was ist ein Konstitutionsmittel?

Der Idee nach wird wird meist dasjenige Arzneimittel als Konstitutionsmittel bezeichnet, welches der gesundheitlichen Verfassung des Patienten möglichst angemessen ist. Es kann also „das“ Mittel sein, welches ein Patient möglicherweise zur Behandlung „seines Krankheitskomplexes“ sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene benötigt.

Manchmal findet man noch solche Menschen, die wenn sie krank werden, zeit ihres Lebens nur ein Mittel immer wieder benötigen, doch das ist heutzutage sehr selten. Gerade bei den heute immer häufiger anzutreffenden, über Jahre hinweg austherapierten Menschen, braucht man heute in der Regel verschiedene homöopathische Mittel, um den Weg zur Gesundheit zu ebnen.

Konstitutionsmittel sollen möglichst alle psychischen und körperlichen Beschwerden abdecken

Der Idee nach liegt die Kunst des klassischen Homöopathen nun darin, dieses Mittel zu finden, welches dann möglicherweise alle psychischen und körperlichen Beschwerden abdecken und sehr tief und positiv in den Gesundheitsverlauf des Menschen eingreifen kann.

Daher ist jede Information, die der Patient bei der Anamnese, d.h. der Aufnahme aller Symptome und Beschwerden geben kann – sowie ein gutes Vertrauensverhältnis sehr von Vorteil, denn umso mehr Informationen, umso präziser ist die Mittelsuche durch den Behandler.

C12 Medikament

Erwünschte Erstreaktionen

Wichtig ist als Patient zu wissen, dass während der homöopathischen Behandlung sogenannte Erstreaktionen auftreten können. Deshalb besteht die Möglichkeit, dass eine Beschwerde kurzfristig verstärkt wird, da man sie absichtlich aus dem chronischen in den akuten Zustand bringt.

Die Dauer dieser Erstreaktion hält meist nur wenige Tage an und ist ein gutes Zeichen dafür, dass man auf dem Weg der Besserung ist. Manchmal kommt es vor, dass Patienten berichten, dass sie alte Störungen kurzfristig wieder spüren. Auch dies kann ein gutes Zeichen sein, da diese Erkrankungen damals möglicherweise nur verdrängt und nicht ausgeheilt wurden und auch hier zeigt sich, dass der Weg zur Heilung bereits beschritten sein kann.

Die Homöopathie unterscheidet sich in die:
akute Homöopathie-Behandlung“ und „klassische Homöopathie

Globuli

Während man bei der akuten Behandlung, die momentane Verfassung eher kurzfristig auf körperlicher Ebene, im Sinne einer Symptombehandlung sucht, so sieht der „klassisch arbeitende Homöopath“ den kompletten Menschen, mit allen körperlichen und psychischen Erkrankungen, um so ein Konstitutionsmittel zu erarbeiten, welches diesem von innen nach außen eine neue Lebensqualität, sowohl seelisch als auch körperlich geben kann.

Nicht einzelne Organe behandeln sondern den Menschen als Ganzes

Die Homöopathie erfordert ihre Zeit und Geduld, manchmal Wochen oder Monate, denn es geht homöopathisch arbeitenden Ärzten oder Heilpraktikern darum, von innen heraus zu heilen und nicht Symptome oberflächlich verschwinden zu lassen.

Die Philosophie der Homöopathie ist es, nicht einzelne Organe zu behandeln, statt dessen hat sie das langfristige Ziel, die Wiederherstellung eines stabilen Gleichgewichtes durch Anregung bzw. Wiederherstellung der Selbstheilungskräfte zu erreichen.

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